Betrachtung und Würdigung der Kostbarkeit des menschlichen Daseins

Belehrung der morgendlichen gemeinsamen Praxis am 22.12.12

Immer wieder hören wir von der Kostbarkeit des menschlichen Daseins. Es ist wirklich schwierig, einen menschlichen Körper zu erlangen, aber es ist noch viel schwieriger ein menschliches Leben mit den acht Arten von Freiheit und den zehn Arten von günstigen Bedingungen, auch Reichtümer genannt, von denen man fünf mitbringt und fünf von außen dazu bekommt, zu erlangen.

 

Auch wenn wir über einen menschlichen Körper verfügen, ist es für viele Menschen im wahren Leben leider sehr schwierig das Dharma zu praktizieren. Oft stehen ihnen Hindernisse, wie bespielsweise Probleme in der Familie, fehlende Zeit, Schmerzen und Krankheit, im Weg. Arme Leute haben oft nicht die Möglichkeit, das Dharma zu üben. Auch unsere Sinne wie das Sehen und das Hören, welche verklären und verschleiern, stellen solche Hindernisse dar.

Zusätzlich legt die Mehrheit von uns größeren Wert auf Ruhm, eine gute Stellung, teure Immobilien, Luxuslimousinen und weitere luxuriöse Dinge, wie teure Uhren, Schmuck und ähnliches. Jedoch ist auf der ganzen Welt nichts wertvoller als das menschliches Leben mit dem Erleuchtungsgeist Bodhichitta.

 

Dass wir heute solch ein kostbares Leben erhalten haben, ist darauf zurück zu führen, dass wir in vorherigen Leben wertvolle Verdienste angesammelt haben. Wenn wir uns nicht in positiven Handlungen üben, werden diese Verdienste aus unseren vergangenen Leben schnell aufgebraucht sein. Im Samsara ist es äußerst schwierig, diese vorteilgenerierenden Verdienste zu entwickeln, welche notwendig sind, um erneut ein kostbares Leben zu erlangen.

 

Folgende Ursachen aus der Vergangenheit haben dazu geführt, dass wir diesen wertvollen Körper erhalten haben. Das Einhalten der buddhistischen Grundregeln, das Lernen und Praktizieren der sechs Tugenden (sechs Paramitas) und der Wunsch, als Mensch wiedergeboren zu werden, um das Dharma zu praktizieren.

Die Anzahl der Lebewesen, die einen menschlichen Körper haben, ist so gering, wie Asche oder Staubkörnchen unter meinen Nägel. Dagegen ist die Zahl der Lebewesen, die es nicht schaffen, einen menschlichen Körper zu bekommen, so groß wie der gesamte Erdboden. Die Anzahl der Menschen, die ein kostbares Leben haben und gleichzeitig das Dharma praktizieren, ist äußerst gering. Die Anzahl der Menschen, die sich auf dem Weg der Praxis befinden, ihn durchhalten und das Dharma weiter vertiefen, ist noch geringer.

 

In den buddhistischen Sutras gibt es viele wunderbare Gleichnisse, aus denen man erfährt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, einen menschlichen Körper zu bekommen. So erzählt eine Geschichte, die Wahrscheinlichkeit sei so gering, wie die Möglichkeit, dass eine blinde Meeresschildkröte im Ozean einem Stück Treibholz begegnet, welches ein Loch in der Mitte hat, durch das sie ihren Kopf stecken kann oder wie das Stapeln von Bohnen auf einer Nadel.

 

Wir müssen diese drei Aspekte eingehend betrachten und darüber nachdenken. Wenn wir tatsächlich ein kostbares Leben erhalten haben, dann sollten wir Freude darüber empfinden und daran denken, dass es selten und schwierig zu bekommen ist. Wir sollten uns immer wieder daran erinnern, das Dharma fleißig zu üben, um diesen wertvollen Körper nicht zu verlieren.

 

Heute haben wir die Chance die Lehren des Dzogchen in Gegenwart unseres Gurus und vor den drei Juwelen zu praktizieren. Als ich in der Vergangenheit den Dzogchenbelehrungen von Lama Achuk Rinpoche zuhörte, war ich voller Freude und habe diese Zeit sehr wertgeschätzt. Wenn ich mich daran zurück erinnere, dann finde ich, dass auch das eine unglaubliche Begebenheit war. Die Chance, die wir jetzt in der Hand haben, ist kostbar und schwer zu bekommen. Diese Möglichkeit besteht nur für ein paar Jahrzehnte, welche schnell vorüber gehen. Deshalb sollten wir die Zeit gut nutzen und ohne Unterbrechung vorwärts streben.

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